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Berufsunfähigkeit - Fragen und Antworten

Allgemeine Fragen

Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Im Prinzip braucht jeder Berufstätige eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Berufsanfänger haben erst nach einer fünfjährigen Berufstätigkeit einen Anspruch auf Rente bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit infolge eines Unfalls oder einer Krankheit - obwohl sie ab dem Beginn ihres Arbeitsverhältnisses Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen. Aber auch nach Ablauf dieser fünf Jahre reicht die staatliche Versorgung nicht aus:

Bei Eintritt der Berufsunfähigkeit zahlt die gesetzliche Rentenversicherung keine Berufsunfähigkeitsrente mehr. Es wird vielmehr eine Erwerbsminderungsrente gezahlt, die abhängig ist von der verbliebenen Arbeitskraft. Da es keinen Berufsschutz gibt, kann die gesetzliche Rentenversicherung auf jede noch mögliche Arbeit verweisen. Dies führt in der Regel zu weniger qualifizierten Tätigkeiten, die auch schlechter bezahlt werden. Man hat daher bis zur Altersrente einen ständigen Einkommensverlust. Da in dieser Zeit auch weniger Beiträge gezahlt werden, wird auch die Altersrente geringer ausfallen.

Eine private Berufsunfähigkeitsrente hat einen solchen Berufsschutz. Hier wird nur beurteilt, ob der bisherige Beruf noch ausgeübt werden kann. Ohne eine BU-Absicherung besteht für jeden Berufstätigen die Gefahr, dass er bei Eintritt der Berufsunfähigkeit eine Versorgungslücke hat und sein Lebensstandard dauerhaft sinkt. Für Selbständige und Freiberufler ist eine solche Versicherung besonders wichtig, da für sie im Falle der Invalidität keine Versorgung aus der Sozialversicherung vorgesehen ist.

Was kann man von der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit erwarten?

Ein Versicherter erhält nur dann die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente – ca. 38 Prozent seines Nettoeinkommens –, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nur noch weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann. Sofern er jedoch weiterhin in der Lage ist, täglich mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden zu arbeiten, erhält er lediglich die Hälfte der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente – ca. 19 Prozent seines Nettoeinkommens. Wer trotz gesundheitlicher Einschränkungen noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kann, kann keine Leistung aus der Erwerbsminderungsrente erwarten.

Noch schlechter dran sind die nach dem 1.1.1961 Geborenen. Sie können nämlich auf andere, ggf. auch geringer qualifizierte und schlechter bezahlte Jobs verwiesen werden, wenn sie ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Diese Regelung verringert ihre Chancen erheblich, in den Genuss einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zu kommen. Zudem ist das Anerkennungsverfahren sehr streng: Häufig werden Anträge selbst in Härtefällen abgelehnt.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einmal berufsunfähig zu werden?

Die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit ist sehr hoch. Jeder vierte Berufstätige ist im Laufe seiner Berufslaufbahn davon betroffen und kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bis zum Renenalter arbeiten. Dies betrifft sowohl Berufsgruppen mit körperlich belastenden Tätigkeiten, wie auch Berufsgruppen, die überwiegend im Sitzen arbeiten.

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit:
  • Psychische Erkrankungen (35 %)
  • Krebserkrankungen (17%)
  • Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (16%)
  • Sonstige Erkrankungen (15%)
  • Krankheiten des Kreislaufsystems (9%)
  • Krankheiten des Nervensystems der Sinnesorgane (8%)
(Quelle: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger)

Woran erkennt man eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung überzeugt durch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Dabei sollte die Versicherung in jedem Fall ein sehr gutes Bedingungswerk haben. Unabhängige Ratingagenturen (wie Franke & Bornberg oder Morgen & Morgen), sowie die Zeitschriften FINANZtest und ÖKO-TEST testen regelmäßig Berufsunfähigkeitsversicherungen. Achten Sie auf ein sehr gutes Abschneiden „Ihres Tarifs“, denn bei einer Berufsunfähigkeit wollen Sie auf Nummer sicher gehen.

Als Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung, hat die Stiftung FINANZtest in der Ausgabe 7/2007 folgende Kriterien definiert, die eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Fall aufweisen sollte:

  • Verzicht auf die abstrakte Verweisung
  • Sechs-Monats-Prognose
  • Rückwirkende Leistungen in den ersten sechs Monaten
  • Rückwirkende Leistung für mindestens 3 Jahre bei verspäteter Meldung
  • Nachversicherungsgarantien (fallweise gesondert zu vereinbaren)
  • Stundungsrecht

Worin besteht der Unterschied zwischen der Erwerbsminderung und der Berufsunfähigkeit?

Ein Versicherter gilt als berufsunfähig, wenn er seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen entweder gar nicht mehr oder nur noch über weniger als die Hälfte der üblichen Stundenzahl nachgehen kann. Er ist jedoch immer noch in der Lage, andere, weniger belastende Tätigkeiten zu übernehmen.

Erwerbsminderung liegt hingegen erst dann vor, wenn er aufgrund seines Gesundheitszustandes weniger als drei Stunden eine Tätigkeit ausüben kann. Oft ist dann gar keine Tätigkeit mehr möglich.

Wann liegt eine Berufsunfähigkeit vor?

Berufsunfähigkeit ist eine ärztlich bestätigte, dauernde Beeinträchtigung der Berufsausübung durch Krankheit, Unfall oder Invalidität. Dabei richtet sich die Beurteilung der Berufsunfähigkeit nach dem erlernten und ausgeübten Beruf.

Ab einer Invalidität von 50 Prozent wird in der Regel eine Berufsunfähigkeit angenommen. Außerdem sollte die Unfähigkeit zur Berufsunfähigkeit für eine bestimmbare Dauer bestehen. Dieser Prognosezeitraum liegt je nach Versicherung zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Bei einer kürzeren prognostizierten Berufsunfähigkeit nimmt man nicht Berufsunfähigkeit sondern allenfalls Arbeitsunfähigkeit an.

Wer kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Grundsätzlich kann jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung (auch Arbeitsunfähigkeitsversicherung genannt) abschließen.

Gewisse Risikoberufe, wie zum Beispiel Fallschirmspringer, Taucher oder Sprengmeister werden zumindest nicht von allen Versicherern versichert, oder nur gegen hohe Zuschläge.

Wer bereits gesundheitliche Beeinträchtigungen hat (z. B. Allergien, psychische Probleme, Rückenschmerzen usw.) muss damit rechnen, dass die Versicherungsgesellschaft entweder einen höheren Beitrag verlangt (Risikozuschlag), bestimmte Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz ausschließt, oder den Vertrag komplett ablehnt.

Welche Alternativen existieren zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung (oder auch Dread-Disease-Versicherung genannt) kann eine gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Hierbei wird bei Eintritt einer der in einem Leistungskatalog definierten Krankheiten eine größere Einmalzahlung ausgezahlt, mit der dann zum Beispiel krankheitsbedingte Umbaumaßnahmen, sowie eine monatliche Rente finanziert werden können.

Eine Unfallversicherung scheidet als vollwertigen Ersatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus, da sie nur im Falle eines Unfalles leistet, nicht jedoch bei einer durch Krankheit oder Invalidität hervorgerufenen Berufsunfähigkeit.

Sollte ich trotz einer Unfallversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen?

Bei einer Unfallversicherung ist nur das Risiko eines Unfalles abgesichert. Tritt eine Berufsunfähigkeit wegen einer Krankheit oder eines Kräfteverfalles ein, leistet eine Unfallversicherung nicht. Aus diesem Grund ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung einer Unfallversicherung vorzuziehen.

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll die Lücke schließen, die zwischen Ihrem jetzigen persönlichen Nettoeinkommen und Ihrem Einkommen bei Berufsunfähigkeit (unter Berücksichtigung eventueller Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sowie sonstiger laufender Einnahmen, wie z. B. Mieten) entsteht.

Allgemein geht man davon aus, dass bei Arbeitnehmern 50 Prozent des letzten Bruttoeinkommens abzusichern sind, um den Lebensstandard zu halten. Bei Selbständigen sollten 70 Prozent des durchschnittlichen Gewinnes nach Steuern abgesichert werden.

Eine Beitragsdynamik, also ein jährlicher Anstieg der Beiträge bei gleichzeitigem Leistungsanstieg bei Berufsunfähigkeit, sollte in jedem Fall abgeschlossen werden. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie auch mit zukünftigen Preisen Ihren Lebensstandard halten können. Einem Durchschnittsverdiener der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von monatlich 750 bis 1.000 Euro angeraten.

Die Rentenversicherung gibt jedem Versicherten Auskunft darüber, wie hoch seine Altersrente und eine Erwerbsminderungsrente voraussichtlich sein wird.

Wie wird eine Berufsunfähigkeitsrente steuerlich behandelt?

Die Beiträge zu einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen können zu 100 Prozent als Sonderausgaben im Rahmen der Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden.

Eine Berufsunfähigkeitsrente ist als zeitlich befristete Rente nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Das bedeutet, dass nicht die gesamte Rente, sondern nur ein Teil (der Ertragsanteil) als Einkommen im steuerlichen Sinne gilt. Nur dieser Ertragsanteil muss mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Was versteht man unter dem Begriff Verweisung

Der Versicherer kann den Kunden auf eine andere, konkret ausgeübte Tätigkeit oder auf eine vergleichbare, wenn auch nur theoretisch ausführbare Tätigkeit verweisen. Dies bedeutet, dass wenn der Versicherte aus Gesundheitsgründen nicht mehr in der Lage sein sollte, seinen Beruf auszuüben, die Versicherung ihn gegebenenfalls auf eine andere Tätigkeit verweisen kann, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht.

Was bedeutet der Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“?

Verzichtet die Versicherung auf die „abstrakte Verweisung“, darf sie den Versicherten nicht auf eine seiner Lebensstellung, Erfahrung und Ausbildung entsprechenden Tätigkeit verweisen. Beispiel: Wird ein Dachdecker berufsunfähig, kann die Versicherung nicht von ihm verlangen, etwa als Reinigungskraft weiterzuarbeiten. Die Berufsunfähigkeitsrente wird gezahlt, wenn der Versicherte seinem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kann. Eine gute Versicherung verzichtet auf die „abstrakte Verweisung".

Sind die Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung garantiert?

Die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente ist garantiert. Falls eine Überschussverwendung als Bonus vereinbart wurde, ist die Höhe der Überschüsse nicht garantiert.

Wie werden die Überschüsse aus der Versicherung verwendet?

Überschüsse entstehen, wenn die kalkulierten Kosten niedriger sind als erwartet (z.B. weniger berufsunfähige Versicherungsnehmer) oder die Rendite des angelegten Kapitals höher ist als erwartet. Diese Überschussanteile werden in der Regel sofort auf den Bruttobeitrag angerechnet. Der Versicherungsnehmer zahlt also nicht den Bruttobeitrag, sondern den Nettobeitrag. Die Nettoprämie kann daher von Jahr zu Jahr schwanken.

Bis zu welchem Alter sollte der Vertrag der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?

Leistungen aus der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung werden längstens bis zum vereinbarten Ablauf der Versicherung gezahlt. Damit keine Lücke entsteht zwischen Ablauf der BU-Versicherung und dem Renteneintrittsalter, sollte die Versicherung unbedingt bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter abgeschlossen werden.

Sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Kombiprodukt mit einer Rentenversicherung oder Risikolebensversicherung abschließen oder als Einzelvertrag?

Wer sich nicht nur vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen, sondern auch etwas für seine private Altersvorsorge tun oder seine Familie absichern möchte, ist mit einem Kombiprodukt (der sog. Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung) gut beraten. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass im Falle einer Berufsunfähigkeit der Versicherer nicht nur die Berufsunfähigkeitsrente zahlt, sondern auch die zukünftigen Beitragszahlungen für den kombinierten Renten- oder Risikolebensversicherungsvertrag übernimmt.

Besteht der Versicherungsschutz für die Berufsunfähigkeitsversicherung weltweit?

Ja. Der Versicherungsschutz besteht bei guten BU-Versicherern weltweit, z.B. auch wenn Sie sich nach Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung dauerhaft oder vorübergehend im Ausland aufhalten. Ob dieser Aufenthalt beruflicher Natur (z.B. Projekt im Ausland) oder privater Natur ist, spielt ebenfalls keine Rolle. Einige Versicherer schreiben jedoch vor, dass zur Anerkennung der BU die „erforderlichen ärztlichen Untersuchungen“ in Deutschland erbracht werden.

Sollte man eine Beitragsdynamik in den Vertrag einbauen?

Bei einer Vertragslaufzeit über Jahrzehnte macht sich die Inflation bemerkbar. Was heute zehn Euro wert ist, wird in 20 Jahren deutlich mehr kosten. Das bedeutet, die heute vereinbarte Rente, mit der man jetzt gut leben könnte, wird beim möglichen Eintritt einer späteren Berufsunfähigkeit weniger wert sein als gedacht. Diesem Problem beugt eine Beitragsdynamik vor. Dabei wird vereinbart, das sich der Beitrag jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz erhöht (meist bis maximal fünf Prozent). Gleichzeitig steigen die vereinbarten Leistungen bei Berufsunfähigkeit um diesen Prozentsatz an, die Lücke wird geschlossen.

Was ist unter dem Prognose-Zeitraum zu verstehen?

Dieser Begriff bezeichnet die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit.

Was passiert, wenn man arbeitslos wird und seine Versicherungsbeiträge nicht mehr zahlen kann?

Je nach Tarif kann ein BU-Vertrag, in den mindestens ein Jahr Beiträge entrichtet wurden, bei Arbeitslosigkeit über einen gewissen Zeitraum gestundet werden.

Wie sieht die Gesundheitsprüfung bei Beantragung der Berufsunfähigkeitsversicherung aus?

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird eine Gesundheitsprüfung durchgeführt. Der Antragsteller hat auf die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu antworten. Die Fragen beziehen sich beispielsweise auf zurückliegende Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Erkrankungen und Unfälle. Sind bereits Vorerkrankungen aufgetreten, hat der Versicherer das Recht, die Ärzte des Antragstellers zu befragen. Aber auch größere gesundheitliche Einschränkungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Antragsteller sich nicht versichern kann. In einem solchen Fall kann er oft einen Risikozuschlag vereinbaren oder die betreffende Krankheit vom Vertragsinhalt ausschließen.

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Fragen zur Prämie

Wie viel kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von folgenden Kriterien ab:
  • dem ausgeübten Beruf (je risikoreicher, desto teurer)
  • dem Geschlecht (Frauen zahlen normalerweise höhere Beiträge wie Männer)
  • dem Eintrittsalter (je jünger, desto günstiger)
  • der Rentenhöhe (je höher, desto teurer)
  • der Laufzeit der Versicherung (je länger, desto teurer)
  • die Wahl des Versicherungsunternehmens und Tarifes
  • Gesundheitszustand (je schlechter desto teurer oder Absicherung gar nicht möglich)

Aktuelle Beispiele (Stand 09/09):

für Männer:
Arzt, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 19,71 Euro
Bürokaufmann, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 19,62 Euro
Schreiner, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 37,71 Euro

für Frauen:
Ärztin, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 22,03 Euro
Bürokauffrau, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 22,14 Euro
Schreinerin, 25 Jahre alt, 35 Jahre Versicherungsdauer, 1.000 Euro monatl. BU-Rente = 45,61 Euro

Hat der Beruf oder das Hobby mit der Beitragshöhe zu tun?

Die Höhe des Beitrages ist auch von der Art des Berufes und der Ausübung bestimmter Sportarten abhängig. Körperlich tätige Personen zahlen höhere Beiträge als Bürobeschäftigte, da bei ihnen die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Berufsaufgabe größer ist.

Für risikoreiche Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel Segel- oder Drachenfliegen, Fallschirmspringen oder Tauchen, werden meist höhere Beiträge berechnet.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoprämie?

Der Nettobeitrag kann bei einer Änderung der Überschusssituation jederzeit bis auf den Bruttobeitrag angehoben werden und ist nur für ein Jahr gültig.

Welche Beitragszahlungsweisen sind möglich?

Gesetzlich steht dem Versicherer eine Jahresprämie zu. In den meisten Fällen sind monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Zahlungen möglich, die jedoch mit Aufschlägen von bis zu fünf Prozent verbunden sind.

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Während der Vertragslaufzeit

Was sollte bei einem Berufswechsel beachtet werden?

Ein Berufswechsel sollte bei bestehender Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Fall der Versicherungsgesellschaft mitgeteilt werden. Diese prüft dann, ob auch für den neuen Beruf ein Berufsschutz besteht und die Versicherung gegebenenfalls angepasst werden muss. Bei höherem Risiko ist in den meisten Fällen ein höherer Beitrag erforderlich. Ein Stellenwechsel im gleichen Beruf braucht dagegen nicht angezeigt zu werden.

Kann ich meinen bestehenden Vertrag auch ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen?

Wenn Sie eine Nachversicherungsgarantie vereinbart haben, kann bei Eintritt ganz bestimmter Ereignisse die ursprünglich vereinbarte Rentenleistung in den vom Versicherer vorgegebenen Grenzen erhöht werden. Dabei wird wie bei einer vereinbarten Dynamikoption auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet. Typische Ereignisse sind z.B.:

  • Heirat
  • Geburt eines Kindes
  • Existenzgründung (Wechsel in die berufliche Selbständigkeit im Hauptberuf)
  • erfolgreicher Abschluss einer allgemein anerkannten Berufsausbildung
  • Einkommenserhöhung um mindestens 250,00 € brutto monatlich
  • Finanzierung (Immobilienerwerb oder Finanzierung im gewerblichen Bereich)
  • Wegfall des Berufsunfähigkeitsschutzes aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Selbständigen und Handwerkern oder bei Ehescheidung

Die Nachversicherung ist an bestimmte Höchstsummen und Höchstalter der BU-Rente gebunden und ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich.

Erhalte ich weiterhin Leistungen aus der BU-Versicherung, wenn ich vorübergehend (z.B. im Rahmen der Elternzeit) aus dem Berufsleben ausscheide?

Ja. Bei einem guten BU-Versicherer besteht der Versicherungsschutz weiter. Wird während dieser Zeit von Ihnen eine Leistung beantragt, so ist für die Beurteilung der Berufsunfähigkeit die von Ihnen vor dem Ausscheiden konkret ausgeübte Tätigkeit und die damit verbundene Lebensstellung maßgebend.

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Bei Berufsunfähigkeit

Wann und wie lange leistet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wann leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Je nach Tarif und Gesellschaft wird unterschiedlich geleistet. So leisten manche Gesellschaften ab dem Zeitpunkt, an dem die Berufsunfähigkeit gemeldet wurde, andere ab Eintritt der Berufsunfähigkeit. Manche Anbieter arbeiten auch mit leistungsfreien Karenzzeiten, die verstreichen müssen, bis die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird. Voraussetzung ist, dass mindestens für einen bestimmten Zeitraum eine Berufsunfähigkeit angenommen wird. Dieser Zeitraum ist unterschiedlich und beträgt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren bei den einzelnen Gesellschaften. Eine Berufsunfähigkeit wird angenommen, wenn die Arbeitsfähigkeit in seinem zuletzt ausgeübten Beruf um mindestens 50 Prozent eingeschränkt ist.


Wie lange leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

1. Die Berufsunfähigkeitsrente wird bis zum Ende der vereinbarten Versicherungsdauer gezahlt. Dies sollte der Beginn der regulären Altersrente sein. Bei Abschluss sollte man darauf achten, dass hier keine zeitliche Lücke entsteht. Eine Berufsunfähigkeitversicherung bis zum 55. Lebensjahr ist zwar kostengünstiger, macht aber keinen Sinn, da hier eine jahrelange Lücke bis zum Rentenbeginn entstehen würde.

2. Die Berufsunfähigkeitsrente endet bereits vorher, wenn eine Berufsunfähigkeit nicht mehr vorliegt – so lange, bis man wieder arbeitsfähig bzw. gesund ist, bzw. bis man wieder einen Beruf ausübt (hierbei unterscheiden sich die Bedingungen zwischen den Gesellschaften). In diesem Fall sind vom Versicherungsnehmer wieder Beiträge zu entrichten, der Versicherungsschutz lebt in vollem Umfang wieder auf. Der Versicherer überprüft in regelmäßigen Abständen (meist alle ein bis zwei Jahre), ob eine Berufsunfähigkeit noch vorliegt.

3. Bei Tod des Versicherungsnehmers endet die Rentenzahlung der BU.

Was passiert, wenn ein Versicherter seine Berufsunfähigkeit bei der Versicherung meldet?

Sobald der Versicherungsnehmer eine Berufsunfähigkeit gemeldet hat, bekommt dieser einen Fragebogen. Dieser beinhaltet eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung mit körperlichen und geistigen Anforderungen der Arbeitsstelle, Arbeitsdauer und notwendigen Reisen. Einzureichen sind auch Verdienst oder Steuerbescheide und Atteste des Facharztes. Die Ärzte werden dabei auch eine Prognose abgeben, ob und wie lange voraussichtlich Berufsunfähigkeit vorliegen wird. Mit diesem Fragebogen wird ermittelt, ob eine Berufsunfähigkeit nach den Bedingungen des Vertrages vorliegt. Meist verpflichtet sich die Gesellschaft in den Bedingungen, innerhalb von einem bestimmten Zeitraum (meist ein Monat) nach Eingang aller erforderlichen Unterlagen, über den Leistungsantrag zu entscheiden. Die Leistungen werden dann – je nach Tarif – rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit gezahlt, wenn keine Karenzzeit vereinbart wurde.

Wie wird der Grad der Berufsunfähigkeit bei einem guten BU-Versicherer ermittelt?

1. Der Grad der Berufsunfähigkeit muss mindestens 50 Prozent betragen. In anderen Worten: Sie müssen mindestens 50 Prozent Ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeiten nicht mehr ausüben können. Von der Versicherung werden Sie dazu aufgefordert, eine Liste Ihrer üblichen Tätigkeiten und deren Anteil an einem 'normalen' Arbeitstag zu erstellen. Der Arzt prüft dann, welche dieser Tätigkeiten aufgrund Ihrer Beschwerden nicht mehr oder nur eingeschränkt durchgeführt werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beeinträchtigung durch Unfall, Krankheit oder Kräfteverfall verursacht wurde.

2. Der Zustand der Berufsunfähigkeit muss voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen andauern (so genannter Prognosezeitraum). Diese Prognose muss von Ihrem behandelnden Arzt bzw. den behandelnden Ärzten attestiert werden. Ist ein Attest über sechs Monate nicht möglich, so gilt die Berufsunfähigkeit nach ununterbrochener Dauer von sechs Monaten als eingetreten. Gute Versicherungen leisten in diesem Fall die BU-Rente auch rückwirkend.

Darf man im Falle einer festgestellten Berufsunfähigkeit noch zusätzlich Geld verdienen bzw. einer Nebenbeschäftigung nachgehen?

Dies hängt vom abgeschlossenen Tarif ab.

Erhalte ich Leistungen aus der BU, wenn ich aus dem Berufsleben ausscheide?

Ja. Bei einem guten BU-Versicherer besteht der Versicherungsschutz für einen bestimmten Zeitraum dennoch weiter (z.B. für 5 Jahre). Wird während dieser Zeit von Ihnen eine Leistung beantragt, so ist für die Beurteilung der BU die von Ihnen vor dem Ausscheiden konkret ausgeübte Tätigkeit und die damit verbundene Lebensstellung maßgebend.

Tritt die Berufsunfähigkeit später ein, kann der Versicherer auf eine andere Tätigkeit verweisen, wenn diese aufgrund der vorliegenden Kenntnissen und Fähigkeiten ausgeübt werden könnte (Verweisung). Kann der Versicherer aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen und verbliebenen Fähigkeiten auf keinen Beruf verweisen, ist er auch dann noch leistungspflichtig.

Was versteht man unter Nachprüfung im BU-Fall?

In allen BU-Versicherungsbedingungen ist geregelt, dass nach Anerkennung der BU-Leistung die Fortdauer der Berufsunfähigkeit jährlich überprüft werden kann. Dabei kann natürlich nur eine Besserung Ihres Gesundheitszustandes zu einer Leistungsabänderung führen.

Zum Beispiel: Würde der BU-Grad unter die 50 Prozent-Hürde (Pauschalregelgung) fallen, kann der Versicherer die Zahlung der BU-Rente einstellen. Die Zeiträume zwischen den Nachprüfungen hängen von der Schwere der vorliegenden Erkrankungen ab. Je geringer die Besserungsaussichten sind, desto länger sind i.d.R. die Nachprüfungsintervalle.

Hinweis: Gute Berufsunfähigkeitsversicherer legen im Nachprüfungsverfahren die gleichen Bewertungskriterien zu Grunde wie bei der Erstprüfung. Ein ursprünglicher Verzicht auf die abstrakte Verweisung bleibt damit bestehen.

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Gesetzliche Absicherung unterschiedlicher Berufsgruppen

Berufsunfähigkeit bei Arbeitnehmern

Früher erhielten Arbeitnehmer bei Berufsunfähigkeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Berufsunfähigkeitsrente. Diese Rente gibt es nicht mehr. An ihre Stelle ist eine abgestufte Erwerbsminderungsrente getreten. Es besteht kein Berufsschutz mehr. Das bedeutet, dass auf jede noch mögliche Tätigkeit verwiesen werden kann.

Dies führt dazu, dass eine Verpflichtung besteht, eine weniger qualifizierte und schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Dies führt zu einem ständigen Einkommensverlust, der sich auch im Rentenalter fortsetzt.

Für Arbeitnehmer ist es deshalb besonders wichtig, dass sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen. Die daraus zu erwartende Rente sollte ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard beizubehalten.

Berufsunfähigkeit bei Beamten

Bei Beamten tritt an die Stelle der Berufsunfähigkeit der Begriff der Dienstunfähigkeit. Diese Dienstunfähigkeit wird von der entsprechenden Versorgungsbehörde festgestellt. Beim Ausscheiden wegen Dienstunfähigkeit, erhalten Beamte nicht ihre volle Pension. Die Zeit vom Eintritt der Dienstunfähigkeit bis zum regulären Ausscheiden wird dabei nur zu zwei Dritteln berücksichtigt.

Das bedeutet, dass auch Beamte eine Versorgungslücke bei Dienstunfähigkeit aufweisen. Auch sollte die Lücke durch eine entsprechende Dienstunfähigkeitsversicherung abgedeckt werden.

Berufsunfähigkeit bei Selbständigen

Selbständige haben meist keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung, da sie keine laufenden Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Bei ihnen ist es deshalb noch wichtiger als bei Arbeitnehmern, für den Fall der Berufsunfähigkeit Vorsorge zu treffen.

Werden sie berufsunfähig, entfällt ihre Arbeitskraft für den Betrieb. Bei kleineren Betrieben bedeutet das oft auch die Betriebsaufgabe. Deshalb sollten Selbständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung in ausreichender Höhe haben. Als ausreichend betrachtet man dabei etwa 70 Prozent des regelmäßigen Gewinnes nach Steuern.

Berufsunfähigkeit bei Freiberuflern

Viele Freiberufler sind gesetzliches Mitglied einer Berufskammer und auch Pflichtmitglied einer berufsständischen Versorgungseinrichtung. Ihnen stehen deshalb schon bei Berufsunfähigkeit entsprechende Renten zu. Diese Renten genügen aber nicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Deshalb sollten auch Freiberufler eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Sie sollten die bestehenden Versorgungslücken mit einer entsprechenden Berufsunfähigkeitsrente abdecken.

Berufsunfähigkeit bei Hausfrauen und Hausmännern

Hausfrauen und Hausmänner haben in der Regel keinen Anspruch auf gesetzliche Leistungen im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Berufsunfähigkeit bei Studenten/Schülern

Schüler und Studenten haben keinen Beruf, deshalb kann bei ihnen keine Berufsunfähigkeit eintreten. Allerdings haben sie die Möglichkeit, sich gegen eine Erwerbsunfähigkeit zu versichern. Stehen sie in späteren Jahren im Beruf, können sie von der Erwerbsunfähigkeitsversicherung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln. Dieses Umtauschrecht wird von den meisten Gesellschaften ohne erneute Gesundheitsprüfung zugestanden. Der Beitrag wird dann aufgrund der Art des Berufes neu festgesetzt.

Für Schüler und Studenten wird meist nur eine in der Höhe begrenzte Erwerbsunfähigkeitsrente angeboten. Bei vielen Gesellschaften liegt diese Grenze bei 1.000 Euro Monatsrente.

 

 

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